1. Eines Tages wirst du alles verstehen.
    Man sagt, dass gute Dinge auseinander fallen, damit bessere Sachen zusammen kommen. Wahr, sage ich nur.
    Es gab ein uns, zwischen ihm und mir. Ein uns, welches wir zu dem Wir werden lassen wollten. Doch du warst da und hast uns dabei gestört. Ich war zu weit weg, hatte zu wenig Macht gehabt um deinen Versuch gleich scheitern zu lassen, doch ich habe mir vorgenommen nicht aufzugeben. Nun hast du versucht mit ihm ein Wir aufzubauen.
    Nun leider, nur versucht. Er sah schnell ein, dass du nicht seine Richtige bist, schließlich warst du nie seine Boje, sein Zuhause. Wärst du es gewesen, wäre er nie zu mir gekommen, hätte nie das Zuhause bei mir gesucht, nie sich so sehr nach meine Nähe gesehnt, nach meinen Lippen gesucht.
    Ja, er ist dir fremd gegangen. Doch nicht körperlich, nur der Kuss. Seelisch war er lange nicht bei dir. “Wir sind nur Freunde” hat er dir gesagt. Er hatte nicht ganz unrecht. Du solltest dankbar sein für die Zeit, die ich dir mit ihm gelassen hab. Obwohl er gesehen hat, dass aus deinem Traum ein Wir zu machen nichts wird, hat er nie versucht nicht davon abzubringen, immer eine Chance gegeben. Er weiß nur zu gut, wie es ist verletzt zu werden, dich wollte er auch nicht verletzen.
    Der rasante Unterschied ist. dass du nicht verstehst, dass an deiner Stelle jede andere hätte sein sollen, an meiner jedoch nicht. Er hätte jede andere nicht verletzten wollen, jeder anderen nicht das Herz brechen wollen. Das schlimmste, das hast du nicht geschätzt. Das noch schlimmere ist dein Verhalten nun.
    Sag nicht, ich hätte ihn dir weggenommen. Ich habe zurückgeholt was von vorne rein meins war, habe für meine Liebe gekämpft bis zum letzten Moment, alle Kraft dafür gegeben. Habe mir die Zeit, wo er bei dir war vorgemacht ich hätte keinerlei Gefühle für ihn, außer freundschaftliche. Habe mich selbst angelogen, mich selbst gequält. Doch das musste ein Ende finden.
    "Verschwinde aus meinem Leben" hast du mir gesagt. Ich würde es anders sagen. Du sollst froh sein, wenn du mich nicht begegnest. Obwohl ich am Anfang noch Mitleid hatte, habe ich nun nur noch Verachtung. Dafür, was du nun tust, ohne nachzusehen, was wirklich geschehen ist, dich selbst zu bemitleiden - sorry, wie arm ist das denn - , dafür verdienst du einen Schlag in die Fresse.